Begegnungen

Auch wenn wir in diesem nun fast ersten Monat keine stetigen Freundschaften schließen konnten, so gibt es doch jeden Tag wieder kleine Begegnungen, die einen verblüffen und freuen.

Taxifahrer

Nicht nur, dass wir am Taxistand schon allseits bekannt sind, so freut sich auch jeder Taxifahrer mit uns zu fahren. Die meisten fragen ganz gespannt, wo wir denn herkommen und was hier machen. An einem Nachmittag hielten wir wie üblich ein Taxi für unsere Heimreise an. Als wir einstiegen verwickelte uns der Taxifahrer sofort in ein Gespräch. Er schien ziemlich begeistert von der ganzen Situation. Nachdem wir ausgestiegen sind, gipfelte seine Freude. Das Taxi stand am hinteren Ende der Station. Es waren ca. 30 Taxis vor uns und unser Taxifahrer wollte jedem der wartenden Fahrer deutlich machen, dass wir Touristen sind, aus Deutschland kommen und das System verstanden haben. Also rief er es jedem, wirklich jedem zu. Umso schneller unsere Schritte wurden, umso lauter wurde seine Stimme. Es endete darin, dass er über den ganzen Platz brüllte, dass wir verstanden habe, wie wir ein Taxi anhalten und das es geteilte Taxis sind und das alles obwohl wir Touristen sind.

Taxi

Jugendliche

Begegnungen mit Jugendlichen sind eine Sache für sich. Die meisten haben in ihrem Leben wirklich noch keine blonden Menschen gesehen und daher sind wir in dieser Hinsicht wahrscheinlich das aufregendste, was sie bisher gesehen haben. Wie Kinder und Jugendliche dann aber üblicher Weise sind, stacheln sie sich gegenseitig an und schaukeln sich hoch.

Da sich in der Nähe des CBS eine Schule befindet, befinden sich auf der Mauer davor jeden Morgen und jeden Nachmittag rund 20 Kinder. An den meisten Tagen sind sie ganz harmlos und rufen uns nur ein ‚Hallo’ rüber.

An einem Nachmittag jedoch hat ein kleines Mädchen all ihrem Mut zusammen genommen und ist zu uns gekommen und hat uns angesprochen. Wir unterhielten uns so gut es ging mit ihr, da sie meistens versuchen auf arabisch mit uns zu sprechen und gingen weiter zur Straße, um uns ein Taxi anzuhalten. Das kleine Mädchen gab mit ihrem Mut jedoch den Startschuss für die anderen herumlungernden Kinder. Von jetzt auf gleich standen 15 Menschen um uns rum und wollten uns begrüßen, unsere Namen wissen und uns anfassen. Wir wollten nicht unhöflich sein und versuchten uns mit ihnen zu unterhalten, sagten brav jeden unseren Namen und versuchten bei all dem Tobawoba das Taxi nicht zu vergessen.

Bei allen Jugendlichen, die uns bisher begegnet sind, zeigte sich dabei das gleiche Bild. Einer oder eine war der oder die Mutige und sprach uns an. Ein nächster oder eine nächste hatte ihn oder sie eigentlich dazu angestiftet, da er oder sie nicht genug Mumm in der Hose hatte. Außerdem gibt es immer noch einen und eine, dem oder der die ganze Situation einfach nur peinlich ist und sich tausende Male entschuldigt für seine oder ihre Freunde.

Auf der Straße

Eines Abends entschieden wir uns für einen Spaziergang im Hafenviertel. Auf dem Rückweg entlang der Medina quatschte uns auf einmal ein Mann von der Seite an. Das ist eigentlich nicht ungewöhnliches, denn die meisten Menschen, an denen wir vorbeilaufen, sagen kurz ‚Hallo’ und ‚Wie geht’s?’ und das war es. Doch irgendwas war diesmal anders. Nach ein paar Sekunden bemerkten wir, dass der Mann Deutsch mit uns sprach. Wir saßen uns kurz hin und er erzählte uns, dass er vor ca. 40 Jahre für ein paar Jahre in Deutschland war. Er war sehr erfreut uns zu treffen uns wollte uns gleich sein zu Hause und seine Familie zeigen. Wir mussten ihm mehrmals verständlich machen, dass wir diesen Abend keine Zeit mehr hatten und dann am Wochenende auch einen Ausflug nach Sousse machen wollten und wir vertrösteten ihn auf nächste Woche. Kurzzeitig gab er sich damit zufrieden. Doch nach drei bis vier weiteren Sätzen wagte er noch einmal einen Versuch, ob wir denn nicht gleich mitkommen wollen. Wieder mussten wir dankend ablehnen. Das Spielchen wiederholte sich noch einige Male bis wir Nummern austauschten und ihm versprachen, ihn bald zu besuchen.

Mann

All diese netten kleinen Situationen zeigen immer wieder die Freundlichkeit dieses Volkes. Sie sind offen für neue Dinge und wollen sie gleich kennenlernen. Es gibt keine Verurteilungen, sondern nur ehrliches Interesse. Daher bin ich froh nicht in einer touristischen Stadt gelandet zu sein, in der du immer nur der beste Kunde bist.

Der Plan war Sousse

Wir wollten das Wochenende nutzen, um Tunesien noch ein bisschen besser kennen zu lernen. Der Plan war nach ‚Sousse’ zu fahren. Also suchten wir uns letzte Woche eine Unterkunft über Airbnb. Das Apartment für ca. 40 Euro für uns beide hörte sich schon sehr geil an: 6 Pools, direkt am Meer und die Sauna durfte man auch benutzen. Gelesen, gebucht. Ein bisschen Luxus darf man sich nach der ganzen harten Arbeit ja auch mal gönnen.

Am Samstagmorgen ging es dann los. Wir entschieden uns anstatt mit den pünktlichen und komfortablen Zug mit dem Bus zu fahren. Als wir letzte Woche die Menschen hier in Sfax nach dem Busbahnhof gefragt haben, guckten sie uns nur komisch an und meinten, wir sollten doch den Zug nehmen. Aber wir blieben dabei. Wie diese eine Werbung so schön sagt, „manche Menschen sind mit dem Abenteurer-Gen geboren“. Am Busbahnhof angekommen, holten wir und unsere Fahrkarten und fragten nochmal, ob der Bus wirklich um 10.30 Uhr kommt. Die Antwort des Verkäufers „ […] naja so zwischen 10.30 und 11.00 Uhr kommt der Bus […]“ lies schon nichts Gutes erahnen. Der Bus war dann um 11.45 Uhr da und die Reise konnte losgehen. Nach ca. 2,5 Stunden kamen wir dann in ‚Sousse’ an. Unsere Reise war jedoch noch nicht ganz beendet. Wir suchten uns ein Taxi, um dann zu unserer gebuchten Wohnung zu gelangen. Nach einer kurzen Diskussion zwischen 5 Taxifahrern auf Arabisch, Französisch und Deutsch, wussten sie dann auch endlich wo wir hin mussten und waren auch bereit mit Taxermeter zu fahren. Der Taxifahrer fuhr und fuhr und fuhr. Irgendwann lag ‚Sousse’ hinter uns, doch der Taxifahrer fuhr weiter. Irgendwann fragten wir Ihn nochmal, ob wir wirklich richtig sind. Nach ca. 15 Minuten erreichten wir uns dann unser Ziel. Der erste Schritt in diesem Komplex entschädigte für alle Anstrengungen des bisherigen Tages. Die Bilder und die Beschreibung auf Airbnb haben nicht gelogen. Es handelte sich wirklich um ein 5 Sterne Apartment-Komplex. Zunächst wurde uns unser Zimmer gezeigt. So kann man also auch in Tunesien leben. Es gab sogar eine Waschmaschine. Als wir feststellten, dass wir auf der Odyssee hierher unser Essen verloren hatten, beschlossen wir uns in der Pizzeria niederzulassen. Während wir in der Sonne saßen und erst einmal richtig ankamen, bemerkten wir, dass wir nahezu die einzigen Gäste in diesem riesigen Apartment-Komplex waren. Die Pools und das Restaurant waren komplett leer, der integrierte Supermarkt war noch geschlossen und auf den zahlreichen Liegen sonnten sich 4 Menschen. In dieser vollkommenden Leere bestellten wir uns eine Pizza Margherita zum Teilen, Steffi noch ein Omelett dazu und ich noch ein Sandwich. Für umgerechnet 15 Euro bekamen wir schließlich drei komplette Hauptgänge. Zu Steffis Omelett gab es noch Pommes und Salat und mein Sandwich stellte sich als zusammengeklappte und gefüllte Pizza heraus, wozu es auch noch Pommes gab. Dazu gab es einen wunderbaren frisch gepressten Orangensaft, der auch ohne Zucker, zuckersüß schmeckte. Wir aßen bis wir fast platzten und freuten uns, dass wir gleich was zum Mittag für den nächsten Tag hatten. Da der Wind am Meer ziemlich eisig war, mussten wir danach in Zimmer eine heiße Dusche nehmen.

Komplex1

Komplex 2

Komplex 3

Frisch aufgewärmt sollte der Abend jedoch nicht nur auf dem Zimmer verbracht werden. Also raus an den Strand und ein Abendspaziergang. Unsere Gabe hier in Tunesien ist es, einsame und versteckte Orte zu finden. Neben uns waren nur ein paar Fischer am Strand. Am Himmel ereignete sich – wie an so vielen Abenden hier in Tunesien – ein wahres Schauspiel. Die Farben wechselten von Orange über Rot bis hin zu Lila und lies für einen kurzen Moment die erbitterliche Kälte vergessen, sodass wir sogar kurz Platz nahmen und den Abend gemütlich ausklingen ließen.

Fischer

Himmel 2

Himmel 1

Himmel 3

Nach ungefähr 10 Stunden Schlaf mit dicken Socken, langem T-Shirt, Strickjacke und einer dicken Wolldecke über uns, lachte uns die Sonne schon ins Gesicht. All die Kälte war vergessen und wir aßen unser Frühstück in der Sonne auf dem Balkon.

Frühstück

Danach entschlossen wir uns ein Ort weiter nach ‚El Kantaoui’ zu fahren. ‚El Kantaoui’ war mal ein kleines Fischerörtchen bis eine Besiedlung durch Touristen stattgefunden hat und jetzt ein Nevada für jegliches ‚All-inklusive’-Touristenherz beherbergt. Neben sämtlichen allseits bekannten Shops, kann man jegliche Art von Boot fahren, einen Adler auf den Arm nehmen und natürlich Kamel reiten. Für uns nun fast schon ‚Sfaxianer’ war das ein Kulturshock. Es lag kein Müll auf der Straße und überall wurde man in Deutsch angesprochen.

Kantaoui 1

Kantaoui 2

Nach einem kurzen Hick-Hack um die Rückgabe des Schlüssels landeten wir wieder in unserem luxuriösen Domizil. Wir genossen die Sonne bis Firas anrief und meinte, er könne uns mitnehmen. In seiner tunesischen Gastfreundlichkeit holte er uns dann auch gleich vom Apartment ab und fuhr mit uns nach ‚Sousse’. Endlich waren wir in der Stadt angekommen, in die wir eigentlich wollten. Nur leider war Firas nicht an Sightseeing interessiert. Wir guckten uns das teuerste Hotel in Tunesien an. Was sehr beeindruckend war, aber – wie im Moment fast überall wo wir eintrafen – sehr leer. Eigentlich schade, denn neben den gastfreundlichen Menschen hat Tunesien auch wunderschöne Strände zu bieten.

Da Firas Hunger bekam gingen wir noch in ein Steakhouse und dann begann der Roadtrip nach Hause entlang der modernen Autobahn inklusive Maut.

Wir Strand

Essen

Auto

Letztendlich haben wir kein bisschen von der Stadt ‚Sousse’ gesehen. Trotzdem war es ein wundervolles Wochenende mit vielen neuen Eindrücken – vor allem über das touristische Tunesien. Manchmal verläuft der Plan anders als man dachte und entdeckt dadurch Dinge, die man sonst nie gesehen hätte.

Party à la Sfax

Am Mittwochabend waren wir mit Firas verabredet. Er hatte uns, ohne uns zu kennen, geholfen, die Wohnung zu finden. Wir waren sehr gespannt darauf ihn endlich mal zu treffen. Wir gingen davon aus, dass wir zusammen was essen gehen würden. Also warteten wir als wir aus dem Labor kamen in unserer Wohnung. Und wir warteten und warteten. Keine Meldung von Firas. Mit der Zeit stieg unser Hunger, aber immer noch keine Meldung von Firas. Irgendwann war der Hunger in Steffi so groß, dass sie anfing, essen zu machen. Wir aßen und immer noch keine Meldung von Firas. Irgendwann als wir die Hoffnung schon fast aufgegeben haben, meldete er sich, dass er in einem Meeting ist und ab 21 Uhr Zeit hätte. Der erste Gedanke war „so spät?!“. Das passte mit unserem neuen Lebensstil seit 2 Wochen so gar nicht zusammen. Aber gut, wir wollten ja nicht vollkommen zu Couchpotatos werden. Also sagten wir zu. Er kam kurz zu uns in die Wohnung, da er sie selber noch gar nicht gesehen hatte. Dabei schlug das Schicksal auf eine erfreuliche Weise zu. Als er ankam war die Haustür zu. Tagsüber steht sie immer auf und da wir noch nie so spät unterwegs waren, merkten wir bis zu diesem Abend nicht, dass wir gar keinen Haustürschlüssel haben. Wäre Firas nicht zuerst zu uns gekommen und hätte die verschlossene Tür bemerkt und wir anschließend geguckt, ob wir einen Schlüssel haben, hätten wir in der Nacht vor verschlossener Tür gestanden. Es war wirklich Glück, dass wir auch zuvor nie so spät abends unterwegs waren. Firas redete mit einem Nachbarn, der versprach uns am Abend rein zu lassen, wenn wir ihn kurz anrufen würden.

Also konnte der Abend nach kurzen Zweifeln doch noch starten. Wir fuhren in ein Restaurant, in das sowohl Männer als auch Frauen durften und das auch Alkohol verkaufte. Neben uns dreien, war noch eine größere Gruppe in dem Restaurant. Um 21.30 Uhr waren mit uns ca. 15-20 Leute in dem Lokal. Die Stadt ist also wirklich tot, wenn es dunkel wird. Wir bestellten ein tunesisches Bier, das unter den Top 10 der beliebtesten Biere sein soll, und Tintenfischringe. Aufs Haus bekommt man immer Baguette, Oliven und ein bisschen Thunfisch. Nach ca. 30 Minuten holte Firas seine Geschäftspartner in das Lokal, mit denen er gerade im Meeting war. Die beiden kamen aus Dubai und hatten das gleiche Problem wie wir: Am Abend ist in Sfax nichts los. Wir bestellten also eine zweite Runde Bier und unterhielten uns. Als um 24 Uhr Sperrstunde war, machten wir uns dann auf den Weg nach Hause und wurden tatsächlich in unser Haus reingelassen.

Es war zwar kein Partyabend à la Berlin, aber es tat gut mal rauszukommen. Es tat gut, nun einen Ort zu kennen, an den man abends hingehen kann. Jedoch kann man wirklich nicht sagen, dass wir einen geheimen Ort gezeigt bekommen haben, an dem der Bär steppt.

Bier

Appetizer

Tintenfisch

Steffi Bier

Der Kampf gegen den Dreck und für die Wohnlichkeit

Angekommen in Sfax und rein in die Wohnung. Im ersten Eindruck war die Wohnung einfach nur groß und sie hatte alles, was man brauchte.

Nach einem kurzen Mittagschlaf bemerkte man schnell, dass der Eindruck nur durch die vollkommende Übermüdung so positiv ausgefallen ist.

Der zweite Einkauf in diesem neuen Land war also für Putzmittel reserviert – wir können unsere Herkunft nicht verleugnen. Steffi übernahm die Küche und ich putzte das Bad.

Steffi Dreck

Bad Dreck

Nachdem in den ersten Tagen eine Grundordnung reingebracht wurde und wir auch so langsam unseren ganz eigenen Charme in der Wohnung versprühen, möchte ich euch zeigen, wie wir leben.

Küche

Angefangen mit dem Wichtigsten, der Küche. Die Küche ist klein aber fein. Wir haben einen großen Kühlschrank. Nachdem wir die Hängeschränke ausgewaschen haben, konnten wir sie auch mit Leckereien befüllen. Von den 4 Herdplatten benutzen wir meistens 2 und sie sind an eine Gasflasche unter der Spüle angeschlossen. Mal gucken wie lange die hält. Der unter der Herdplatte separaten stehende Ofen ist nur Zierde in unserer Küche. Gerichte, die für den Backofen bestimmt sind, können dann erst wieder zu Hause gekocht werden.

Küche 1

Küche 2

Frühstück

Das Highlight des Tages ist das Frühstück. Jeden Morgen setzen wir uns an unseren Tisch mit der Looney-Toons-Baby-Tischdecke und essen einen Joghurt mit frischem Obst vom Markt.

Frühstück 1

Frühstück 2

Wohnzimmer

Unser Wohnzimmer ist sehr geräumig. Es stehen lediglich 2 kleine Couchen und ein Tisch drin. Die Couchen sind genau aufgeteilt. Die linke Couch auf dem Bild gehört Steffi und ich nehme immer auf der rechten Couch platz. Jeden Abend nach unserer Arbeit im Labor nehmen wir auf unserer Couch platz und verbringen meist unseren gesamten Abend auf diesen angestammten Platz.

In den ersten Tagen – als unser Putzanfall noch größer war – haben wir auch versucht diesen wunderschönen Teppich zu säubern. Da wir lediglich einen Besen haben, dachten wir uns, dass es wohl das Beste wäre, den Teppich umzudrehen und auszuklopfen. Gedacht, getan. Aus dem Teppich kam ca. ein halber Buddelkasten. Naja, hätte man sich auch denken können in einer Stadt, in der der Boden zumeist aus Sand besteht. Also mussten wir den Boden erneut fegen und wischen und der Teppich war auch nicht viel sauberer. Das Projekt „eine richtige Hausfrau sein“ muss also noch ein bisschen geübt werden.

Wohnzimmer

Sportstätte

Im Wohnzimmer haben wir auch unsere Sportstätte aufgebaut. Mit der im Schrank gefundenen Matte haben wir uns den perfekten Ort geschaffen. Jeden zweiten Abend – so ist es auf jeden Fall angedacht – werden Workouts durchgeführt. Es wird das Handy angeschmissen und los geht es. Nach den zumeist 15-minütigen Workouts eines bekannten Sportsachen-Herstellers fühlt man sich wie nach einer Stunde Jogging. Ja, ich denke, wir werden hier fit.

Sport

Schlafzimmer

Schlafen tun wir in einem gemütlichen Doppelbett, das so hart ist wie ein Stein. Nach den ersten zwei Wochen schlafen in diesem Bett, knackt unser Rücken als wären wir 90 Jahre alt. Ich habe in meinem Leben noch nie so viele Übungen gegen einen verspannten Rücken und Nacken gemacht, wie in den letzten zwei Wochen. Ich freue mich in dieser Hinsicht nicht auf das Älterwerden.

Wir schlafen für das ‚zu-Hause’-Gefühl in unseren Schlafsäcken. Da die Temperaturen in den ersten Tagen nach der Ankunft nicht so warm wir erhofft waren, haben wir mit langen Sachen und dicken Wollsocken geschlafen. Mittlerweile haben wir die langen Sachen und die dicken Socken ausgezogen.

Schlafzimmer 1

Außerdem habe ich im Schlafzimmer meine kleine ‚zu-Hause’ Ecke eingerichtet. Neben meinem Bett auf der linken Seite mit der grünen Decke habe ich an die Wand Bilder meiner Liebsten aufgehängt. So geht mein erster Gedanke am Morgen und mein letzter Gedanke am Abend an die Leute, die hier fehlen.

Schlafzimmer 2

Kleiderschrank

Da der richtige Kleiderschrank als nicht benutzbar deklariert wurde, mussten wir kreativ werden. Bei mir zu Hause wachsen die Klamotten meistens aus dem Boden, sagt Kristian immer, wenn ich meine Klamotten rumliegen lasse. Hier ist das anders, hier wachsen die Klamotten aus der Wand. In unserem Wohnzimmer haben wir drei in der Wand hängende Nägel genutzt und mit einer Schnur und ein paar Haken uns eine Art Kleiderschrank gebastelt. Aber auch sonst wird jeder in der Wand steckende Haken genutzt um Jacken, Hosen und sonstige Sachen aufzuhängen. Der Rest der Klamotten, der keinen Platz an unseren Wänden gefunden hat, wird wohl im Koffer bleiben.

Kleider 1

Kleider 2

Kleider 3

Waschmaschine

Da ich – entsprechend der Länge dieses Aufenthaltes – für meine Verhältnisse eher zu wenig Klamotten mitgenommen, müssen die wenigen desto öfter gewaschen werden, damit die Auswahl immer schön hoch bleibt. In den ersten Tagen haben wir in der Stadt die Augen auf gehalten um einen Waschsalon zu finden. Jedoch gibt es leider keinen. Es gibt lediglich chemische Reinigungen, bei denen man seine Sachen abgeben kann. Da uns dies ein wenig zu übertrieben erschien, haben wir uns für die Badewanne und das Waschbecken entschieden. Jeden Sonntag morgen wird die Wäsche mit der einem Klecks aus der Tube ‚Reise-Rei’ eingeweicht und wird je nach unserer Lust und Laune nach ca. 5 Stunden ausgewaschen und so gut es geht gemangelt. Das trocknen geht dann auch ganz flux innerhalb von 3 Tagen auf dem Balkon. Vielleicht sind wir doch richtige Hausfrauen und sind nur in einer zu modernen Zeit mit Waschmaschine und solchen unnützen Dingen geboren worden.

Das Bad an sich ist keine Foto wert. Hat aber sich alles was man so braucht: Badewanne mit Duschschlauch ohne Duschkopf, ein Waschbecken, das einen komplett vollspritzt wenn man das Wasser anmacht und eine Toilette.

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Tote Zonen

An sich hat unsere Wohnung noch ein drittes Zimmer. Es liegt abgelesen am Ende des Flurs. Das Bett ist schon durchgelegen und zwar hat es einen kleinen Balkon dran, welchen wir ausschließlich zum Wäschetrocknen nutzen, jedoch ist es trotzdem ziemlich dunkel. Der Raum wird von uns nur als Abstellkammer genutzt. Zum Bespiel wurde der Fernseher aus dem Wohnzimmer da reingeschoben, da wir das arabische Fernsehen eh nicht verstehen.

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Neben den toten Raum gibt es noch einen toten Schrank. Der befindet sich gleich neben der Eingangstür und kurz vor der Küche. An sich dient er als Aufbewahrungsmöglichkeit für Geschirr. Jedoch sieht das Geschirr in diesem Schrank nicht so appetitlich aus. Daher nutzen wir den Schrank um jegliche Utensilien, die wir in dieser Wohnung finden, die eher schmudellig sind, aufzubewahren. So sind in diesem Schrank schon Teppiche, Gewürzaufbewahrungsbehälter und altes Geschirr gelandet.

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Center of Biotechology Sfax (CBS) – Arbeiten im Labor

Auf dem Weg zum Taxistand erwartet uns jeden Morgen – als nahezu erster Geruch des Tages – der sanfte Duft von frischem Fisch. Am Taxistand sind wir nach zwei Wochen schon bestens bekannt und uns wird sofort das Taxi Richtung ‚Sidi Mansour – CBS’ gezeigt. Dann beginnt jeden Morgen ein kleines Abenteuer. Der tunesische Taxifahrer ist von Natur aus eher ein ungeduldiger Mensch. Nicht nur, dass rote Ampeln nicht existieren, sondern auch, dass ihre Lieblingsspur die Gegenspur ist. Falls zufälliger Weise auf der Gegenspur doch ein Auto auftauchen sollte, wird sich einfach wieder reingedrängelt oder man fährt statt auf 2 Spuren auf 4 – was nicht passt wird halt passend gemacht.

cbs

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In den ersten zwei Wochen war die Arbeit im Labor vor allem geprägt durch Warten. Wenn man eines lernt in diesem Land voller ungeduldiger Leute ist es Geduld.

Die erste Probe war nicht verunreinigt genug. Da dies aber essentiell ist, damit wird genug zurückgewinnen können, sind wir zu einer zweiten Olivenöl-Anlage gefahren. Dort haben wir die Anlage besichtigt, die in Deutschland eher landwirtschaftlichen Standard entsprechen würde, und taufrisches, noch warmes Olivenöl gekostet. Nach der Analyse dieser Probe stellte sich heraus, dass diese noch viel schlechter ist. Also wurde die Probe von 60 L verworfen.

olivenölprobe

probenahme

Also analysierten wir die erste Probe einfach noch einmal, da es sein kann, dass durch weitere Vorgänge im Abwasser, die Verunreinigung weiter ansteigt. Und siehe da, es hat sich was getan. Die Konzentration war noch nicht befriedigend, aber ausreichend um weiter zu arbeiten. Also mussten im nächsten Schritt 60 L Abwasser zunächst manuell filtriert werden, da die Konzentration an Feststoffen zu hoch ist und damit die Membran kaputt machen würde.

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Am nächsten Tag hatten wir am Nachmittag ein Gespräch mit dem Chef des Ganzen hier. Wir den Vormittag bis dahin eher draußen in der Sonne, als etwas sinnvolles zu machen. Bis auf einmal der Monsieur Ilem – zuständig für die Membran – zu uns kam und meinte, wir sollen uns doch mal die Membranfiltration angucken. Wir sind aus allen Wolken gefallen. Sie haben die Membranfiltration angefangen, ohne uns Bescheid zu geben. Einfach weil das Abwasser ja da stand. Nach einer kurzen aber klaren Ansage stoppten sie die Membrananlage und mischten das Wasser wieder zusammen, sodass es annährend den Ursprungszustand hatte. Frauen wird hier im Labor noch nicht so viel zu getraut, aber ich denke, dass wird sich in unserem Fall schnell ändern.

Da die zweite Probe so enttäuschend war und bei der ersten Probe die Verunreinigung zwar anstieg, jedoch noch nicht befriedigend war, entschlossen wir uns noch eine dritte Probe zu besorgen. Dafür fuhren wir zu einer allgemeinen Sammelstation, bei der das über die Saison der Olivenernte anfallende Abwässer hingebracht wird.

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Der idyllische Anschein dieses Ortes trügt. Was aussieht wie kleine Seen in der Landschaft sind in Wirklichkeit stark saure Olivenölabwässer, die weiterhin gären und CO2 und CH4 ausstoßen.

see2

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Die Probenahme entpuppte sich als äußerst schwierig, da man das Wasser möglichst nicht berühren und auf gar keinen Fall reinfallen sollte. Zouhaier übernahm deshalb die verantwortungsvolle Aufgabe das Abwasser mit einem Eimer aus dem See zu fischen.

probenahme 2

Endlich hatten wir unsere Probe gefunden. Mit einer ausreichenden Verschmutzung und einer ausreichenden Menge konnte es losgehen. Zunächst musste auch diese Probe manuell filtriert werden. Da sich durch die „Lagerung“ in den Seen die meisten Feststoffe jedoch schon abgesetzt hatten, filtrierten sich die 70 L Abwasser fast von allein.

TF 2

Anschließend begann der Marathon der Membranfiltrationen. Die 70 L nach der manuellen Filtration müssen nun durch eine Membran mit noch feineren Maschen filtriert werden, damit wir eine Aufkonzentrierung erreichen. Für eine solche Menge benötigt man ca. 2-3 Tage. Anschließend folgt eine weitere, noch feinere Membranfiltration. Es wird sich zeigen, wir lange wir noch vor der Membrananlage sitzen müssen und alle 10 Minuten das Volumen ablesen müssen.

anlage

Kaffe und Zoo

Manche Dinge ergeben sich in Tunesien eher spontan und unerwartet. So rief uns Zouhaier, unser Betreuer im Labor, am Sonntag so gegen halb drei an um mit uns einen Kaffee trinken zu gehen. Also beendeten wir unsere Skype-Gespräche und gingen runter. Er schlug vor in eine andere Gegend zu fahren, da wir diese ja schon kennen.

Wir kamen an beim Zoo von Sfax. Zunächst gingen wir Kaffee und Tee trinken und verbesserten den interkulturellen Austausch.

Anschließend gingen wir eine Runde durch den Zoo, der vollkommen kostenfrei ist. Da er aber auch die einzige Attraktion für Kinder in dieser Stadt ist, war es ein wenig überfüllt. Wir quetschen uns also durch die Massen und sahen Enten, die mit dem Schanz wackelten, Affen, die stanken, Kamele, die Popcorn mit Plastiktüte aßen und die Löwen, die eigentlich nur faul raumlagen.

Es war ein kurzer Ausflug, jedoch wird die so fremde Stadt jedes Mal ein Stückchen mehr zu unserem neuen zu Hause.


zoo

vogel

 

strauß

kamel

löwe

Alkohol trinken in einem Land, in dem kein Alkohol verkauft wird – Teil 2

Schritt 1

Fahre mit der Fähre von Sfax nach Kerkennah.

Schritt 2

Fahre mit dem Bus oder einem Taxi nach ‚Sidi Fredj’, der Touristenzone der Insel.

Schritt 3

Gehe in eins der Hotels entlang dieses Strandabschnittes.

Schritt 4

Setze dich in eines der Restaurants der Hotels und bestelle was auch immer du willst. Da die Hotels den Wünschen der Gäste standhalten möchte, servieren sie alle Sorten von Alkohol. Wir entschieden uns für das kühle Blonde.

Resultat

Auch wenn es kein wirklicher Selbstversuch war und es nicht wirklich innovativ war, haben wir das Bier zum Mittag mit dem wundervollen Ausblick und der Sonne im Gesicht sehr genossen.

ich bier

Kerkennah die Zweite – Jetzt aber richtig

Mit ein bisschen informieren vorher weiß man auch, wo man auf dieser Insel hinfahren sollte. Wir nutzen also unseren Frühaufsteher-Rhythmus und fuhren um 10.30 Uhr mit der Fähre auf die Insel. Nach einem kurzen Toilettengang waren die Busse jedoch leider schon weg und da sie an die nächste Fähre gekoppelt sind, kommen die nächsten auch erst wieder in 2 Stunden. Jetzt kann man die Hektik der anderen Mitreisenden schon 30 Minuten vor erreichen des Ufers zu mindestens ein bisschen verstehen. Wir nahmen also ein Taxi bis nach ‚Sidi Fredj’ für umgerechnet 70 Cent pro Person und ließen uns vom Busfahrer noch ein Restaurant empfehlen.

Einfach die Straße runter hieß es. An kamen wir an einem kleinen Hotel mit Restaurant direkt am Wasser. Was für eine wunderschöne Aussicht um sein Mittagessen einzunehmen.

Ausblick

Ausblick2

Wir bestellen, wie es sich gehört, natürlich was aus dem Wasser. Steffi bekam eine Dorade und ich Spaghetti mit Meeresfrüchten. Dazu genossen wir um halb eins unser erstes alkoholhaltiges Getränk seit unserer Zeit in Tunesien. Ein kaltes Bier machte das Mittagessen rund.

Dorade

Spaghetti
Bier

Danach musste ein Verdauungsspaziergang getätigt werden, denn das Essen war nicht nur unglaublich lecker und frisch, sondern auch unglaublich viel. Da wir auf der Seite der Insel waren, an der Ebbe und Flut stattfindet, konnten wir sogar eine kleine Wattwanderung machen. Mutterseelenallein liefen wir entlang des Strandes, genossen die Sonne und verdauten.

Ebbe1

Ebbe2

Ebbe3

An einem einsamen Fleck – obwohl eigentlich jeder Fleck einsam war, denn wir waren allein – ließen wir uns nieder. Gut gefüttert und mit der Sonne im Gesicht schlossen wir die Augen und genossen die Ruhe.

Ruhe

Nach zwei Stündchen voller Entspannung machten wir uns auf den Rückweg. Aus irgendwelchen Gründen, die mir leider nicht mehr so wirklich ergründlich sind, entschlossen wir uns den gleichen Rückweg wie Hinweg zu nehmen. Auch wenn wir als Naturwissenschaftler die Regeln hinter Ebbe und Flut kennen sollten, wurden wir irgendwie überrascht von den Wassermassen. Also hieß es Röcke hochraffen und ab durchs Wasser.

Flut

Auf das Taxi für den Rückweg wartend, lernten wir Angela kennen. Angela hat man schon von weiten angesehen, dass sie Touristen ist. Mit Trekking-Schuhe, Basecap und ihre rote Jacke um die Hüften geschlungen kam sie uns entgegen und fragte, ob wir wissen, wie man zum Hafen kommt. Also entschlossen wir uns, dass bestellte Taxi zu teilen. Angela erklärte uns, dass sie seit einem Jahr ohne Strom lebt, da sie sich in einem Rechtsstreit mit den Stadtwerken befindet und aus Prinzip den Anbieter nicht wechseln will. Während wir auf das Taxi warteten, mit ihm fuhren und auch auf der Fähre fingen die Sätze von Angela mit „Als ich in … war“ an. Sie erzählte uns von ihren Abenteuern in Mexiko, Asien, Marokko, Ägypten, Kenia, Dubai. Mit ihren 4,5 kg Handgepäck und den abgezählten Kaffee- und Zuckerpackungen und Ohrstöpseln bereist diese kleine mutige Frau die ganze Welt. Auch wenn mit danach die Ohren weh taten von den ganzen Geschichten, war ihre Sicht auf die ganzen Dinge doch sehr interessant.

Alkohol trinken in einem Land, in dem kein Alkohol verkauft wird – Teil 1

Dies wird eine Reihe von Selbstversuchen, in denen wir versuchen am Wochenende – wenn ab 20 Uhr die Stadt tot ist – ein bisschen Party in unsere Wohnung zu bringen.

Schritt 1:       

Kaufe bei einem dubiosen Händler auf der Straße Palmensaft aus einem Tonfass. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Plastikflasche vorher ausgewaschen wird. Kostenpunkt: 2, 50 Euro.

flasche

Schritt 2:    

Lasse die Plastikflasche für 48 Stunden stehen, damit sie weiter gären kann. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Deckel leicht geöffnet ist, denn der Druck in der Flasche steigt gewaltig an.

Schritt 3:  

Öffne nach 48 Stunden vorsichtig die Flasche. Durch den Gärprozess ist Kohlensäure entstanden. Durch zu schnelles öffnen der Flasche könnte sich ein Effekt wir bei einem Mentos in einer Cola-Flasche einstellen.

Schritt 4:    

Trinke zügig die Flasche leer.

Gläser

Resultat:        

Der Geschmack ist super. Der Geschmack ähnelt sehr dem von Federweißer. Der Aufwand ist relativ gering, jedoch reicht eine 1,5 L – Flasche nicht annährend aus um einen Effekt des Alkohols zu bemerken. Einen guten Nebeneffekt hat dieses süße Getränk trotzdem – es eignet sich hervorragend als Abführmittel. Die Nacht danach wird auch mit einigen Magenschmerzen verbunden sein.

Die Einladung zum Mittagessen

Eine Woche in Sfax ohne jegliche Freunde, ohne neue Bekanntschaften und vor allem in einer Stadt, die ab 20 Uhr tot ist, kann es – trotz der netten Gesellschaft durch Steffi – schon etwas eintönig werden. Über die ganze Woche haben wir Kontakt zu Emira (die uns vom Bahnhof abgeholt hat) gehalten, jedoch kam es nie zu einem weiteren Treffen. Am Sonntagvormittag kam dann eine Einladung von ihr zum Mittagessen in Ihrem Haus. Die Vorfreude auf diesen Mittag stieg schon am Morgen ins Unermessliche. Endlich mal was typisch tunesisches Essen. Endlich mal die Kultur der Tunesier kennenlernen. Um 1 Uhr wurden wir von ihr und ihrem Bruder abgeholt und zu dem Elternhaus gefahren. In Tunesien ist es typisch, dass man bis man verheiratet ist bei seinen Eltern wohnt. Unter diesem Dach wohnen Emira und ihr Bruder, die beiden Eltern und die Mutter der Mutter, die nicht mehr laufen kann und man sich daher um sie kümmert.

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Als wir ankamen wurden wir zunächst ins Wohnzimmer geführt und bekamen einen Saft aus Kiwi und tunesische Süßigkeiten angeboten. Alles beides war sehr süß, aber sehr lecker. Anschließend versuchten wir ein bisschen Small Talk mit dem Bruder, der sein Englisch aus der Schule leider schon wieder vergessen hatte. Sowie wir unser Französisch. Mit Händen und Füßen ging es jedoch und wir haben uns den kleinen Garten, den Hund und die Katzenbabys angeguckt.

kiwi

Zum anschließenden Mittag gab es Cous Cous mit Zucchini, Möhren, Rindfleisch und Kichererbsen. Außerdem gab es einen Gurken-Tomatensalat und eine Stück einer Eiertorte für jeden. Nach dem Salat und der Eiertorte war ich eigentlich schon satt, jedoch wartete mit dem Cous Cous noch das Leibgericht der Tunesier auf mich. Es war wirklich unglaublich lecker. Für den deutschen Geschmack vielleicht ein bisschen zu scharf, aber das Gemüse hier hat eine ganz andere Qualität als in Deutschland und schmeckt wirklich nach dem was es auch ist. Nach einem halben Teller Cous Cous dachte ich, ich implodiere. Zwischendurch erkundigte sich Emira immer, ob es uns denn wirklich schmeckt. Wir versuchten ihr in unzähligen Malen klar zu machen, dass es vorzüglich ist. Ich weiß jedoch nicht, ob wir sie wirklich überzeugen konnten.

Auch die Mama fragte, ob es uns denn schmeckt oder warum wir denn nicht den ganzen Teller essen würde. Es war wirklich köstlich, jedoch war es unmöglich, diese Portion zu schaffen.

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Anschließend wurden wir wieder ins Wohnzimmer geführt und haben uns mit Emira und ihrer Mutter über die unterschiedlichen Traditionen unterhalten. Erstaunlicherweise konnte die Mutter sogar ein paar Brocken Englisch. Den Rest hat Emira dann übersetzt. Es ist schön zu erkennen, dass trotz der stark unterschiedlichen Traditionen Mädels in bestimmten Dingen, wie z.B. Liebeskummer, gleich sind.

Zur Verdauung gab es dann noch einen süßen Tee und anschließend eine zuckersüße Orange, die man niemals so in Deutschland finden würde.

Anschließend führen wir mit dem Bruder, einem Freund vom ihm und Emira in ein Kaffee. Das war wirklich super modern und hieß VIP. Im Hintergrund lief Candy Shop und anderer anzüglicher HipHop. Emira erläuterte uns, dass die meisten einfach nicht verstehen, was die singen und daher die Musik trotzdem mögen.

Es war echt ein super Mittag bis Nachmittag. In dem ich viel über die Tradition und die Kultur der Tunesier und Muslime gelernt und erfahren habe und vor allem habe ich endlich typisch tunesisches Essen gegessen.